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Fachmittelschule

Die Fachmittelschule (FMS) ist die Nachfolgeschule und weiterentwickelte Diplommittelschule (DMS 3). Sie ist eine Abteilung eines Gymnasiums und eine Vollzeitschule auf der Sekundarstufe 2 - mit 8 Wochen Praktikum in den beiden ersten Jahren.

Weitere FMS im Kanton Bern gibt es in Bern (staatlich und privat), Thun und Langenthal.

FMS Biel-Seeland

Die FMS Biel-Seeland hat rund 260 Schülerinnen und Schüler und diese werden von ca. 65 Lehrpersonen unterrichtet, die fast alle auch am Gymnasium tätig sind. Weitere 50 Schüler/innen absolvieren die Fachmaturität.

Die FMS Biel-Seeland versteht sich als anspruchsvolle Schule, welche in vielen verschiedenen Lehr- und Lernformen bei den Schülerinnen und Schülern auf gute Motivation, Eigeninitiative, Selbstverantwortung, Teamwork und bewussten Umgang mit der persönlichen Arbeitstechnik setzt.

Fakultativfächer (auch internationale Diplome) und die meisten Schulveranstaltungen werden von den Fachmittelschülerinnen und –schülern gemeinsam mit den Gymnasiastinnen und Gymnasiasten besucht.

  • Für wen ist die FMS?

    Fachmittelschülerinnen und –schüler interessieren sich für vieles, sind leistungsorientiert, arbeiten gerne für und mit Menschen und haben Freude an ersten Erfahrungen in der Praxis. Sie haben Ausbildungen im Auge, die eine breite Allgemeinbildung voraussetzen, aber ebenso eine hohe Sozial- und Selbstkompetenz.

  • Aufnahmebedingungen

    Die Fachmittelschule schliesst an die 9. Klasse der Sekundarschule an. Die abgebende Schule kann die Schülerin, den Schüler für die FMS empfehlen (prüfungsfreier Übertritt). Liegt keine solche Empfehlung vor, kann über eine bestandene schriftliche Aufnahmeprüfung der Eintritt ermöglicht werden.

    Anmeldung zur Beurteilung (mit Empfehlung)

    Schülerinnen und Schüler aus öffentlichen und privaten Schulen des 9. Schuljahres, die in eine FMS übertreten möchten, melden sich bis zum 1. Dezember bei ihrer Schulleitung an. Die Anmeldung findet online unter dem folgenden Link statt.

    Wenn die Anzahl der unbedingt Empfohlenen 75 % der verfügbaren Plätze übersteigt, werden auch die empfohlenen Kandidatinnen und Kandidaten geprüft. In diesem Fall erhalten sie eine Gutschrift von einem Punkt. Dies ist in den letzten Jahren allerdings nicht mehr vorgekommen.

    Anmeldung zur Aufnahmeprüfung (ohne Empfehlung)

    Zu einer Aufnahmeprüfung angemeldet werden können Schülerinnen und Schüler

    • aus 9. Schuljahren privater und öffentlicher Schulen und aus GYM1-Klassen, deren Beurteilung nicht zu einer Empfehlung geführt hat, oder
    • für die kein Empfehlungsverfahren möglich ist (z.B. aus 10. Schuljahren).

    In diesem Fall erfolgt die Anmeldung zur Prüfung bis zum 15. Februar an die zuständige Fachmittelschule. Die Anmeldung findet online unter dem folgenden Link statt.

    Geprüft werden die drei Bereiche Deutsch, Mathematik schriftlich sowie Französisch mündlich. Zusätzlich wird ein Berufseignungsgespräch durchgeführt. Mehr zu diesem Thema finden Sie hier.

  • Ausbildungsziele

    Die Kombination von drei Bildungszielen charakterisiert die Fachmittelschulen:

    Allgemeinbildung

    Verteilt auf die drei Jahre der Ausbildung werden rund 3000 Lektionen allgemeinbildender Unterricht in 15 Fächern unterrichtet. Im 1. Ausbildungsjahr stehen praktisch nur Grundlagenfächer auf dem Stundenplan.

    Berufsfeldunterricht und Praktika

    Im 1. und 2. Ausbildungsjahr erhalten die Schülerinnen und Schüler während insgesamt 8 Wochen Einblicke in die von ihnen angestrebten Berufsfelder und in die Arbeitswelt.  Ab dem 2. Unterrichtsjahr finden zudem pro Woche rund 9 Lektionen Unterricht statt, der auf die Berufsfelder ausgerichtet ist.

    Persönlichkeitsbildung

    Mithilfe von Projektunterricht und Sonderwochen, dem Arbeiten im Team, Selbst- und Fremdbeurteilungen sowie der intensiven Reflexion der Praktika lernen die Schülerinnen und Schüler ihre persönlichen Kompetenzen kennen und entwickeln diese. Auch die Selbständige Arbeit (SA), die im dritten Jahr verfasst wird, dient diesen Zielen. Jedes Zeugnis einer FMS enthält ebenfalls eine Bemerkung zum Arbeits- und Lernverhalten (AL), die nicht promotionswirksam ist.

  • Berufsfelder

    Die FMS Biel-Seeland bietet die Berufsfelder Gesundheit und Soziale Arbeit an. Der Besuch der beiden Berufsfelder bietet die Voraussetzung zu den Fachmaturitäten Gesundheit, Soziale Arbeit, aber auch Pädagogik. Die speziell den Berufsfeldern zugeordneten Fächer (s. Lektionentafel) mit ihren Lernzielen und Lerninhalten prägen und verstärken den Charakter der Ausbildung an der FMS, die zwar allgemeinbildend ist, jedoch die Lernziele praxisnah auf die anschliessenden Berufsfelder ausrichtet.

  • Ausbildungsdauer und Abschluss

    Die Fachmittelschule schliesst nach drei Jahren mit dem Fachmittelschulausweis ab. Er ist in der ganzen Schweiz anerkannt.

    Der FMS-Ausweis ist die Voraussetzung für die Fachmaturität (viertes Jahr), die in den Ausrichtungen und Berufsfeldern Soziale Arbeit und Gesundheit, aber auch Pädagogik erlangt werden kann. In Sozialer Arbeit und Gesundheit beinhaltet das Fachmaturitätsjahr ein begleitetes Praxisjahr, das mit einer Fachmaturitätsarbeit abgeschlossen wird. Im Berufsfeld Pädagogik kommt zum Vorpraktikum in Schule oder Kindergarten und zu einer Fachmaturitätsarbeit ein zusätzliches Semester Vertiefung der Allgemeinbildung dazu.

  • Besonderes an der FMS Biel-Seeland

    1. Ausbildungsjahr

    Eine Sonderwoche im Herbst dient dem gegenseitigen Kennenlernen und fördert die Sozialkompetenzen. In der DIN Woche 11 organisieren sich die FMS Schülerinnen und Schüler eine erste Woche Sozialpraktikum. Drei weitere folgen in diesem ersten Ausbildungsjahr. Im Frühling findet ein Schneesportlager statt, in der Regel klassenübergreifend. Im Juni schliesslich stehen Gesundheits- und Präventionstage auf dem Programm.

    2. Ausbildungsjahr

    Zum Auftakt erfolgt eine szenische Auswertung des Sozialpraktikums. Neben dem neu einsetzenden Berufsfeldunterricht beginnt der Projektunterricht (PU), der das ganze Jahr andauert, Fächer verbindet, gesellschaftlich relevante Themen mehrperspektivisch bearbeitet und grundlegende überfachliche Kompetenzen vermittelt. Der PU bereitet zudem auf die grosse Selbständige Arbeit (SA) vor. Die Sonderwoche im Frühling ist ebenfalls dem PU gewidmet.

    Zudem sollten die Schüler*innen in diesem zweiten Ausbildungsjahr ihre insgesamt vier Wochen Berufsfeldpraktikum absolvieren, zwei davon während der Ferienzeit.

     3. Ausbildungsjahr

    Im Herbst findet die Studienreise ins nahegelegene Ausland statt. Die Schülerinnen und Schüler schreiben und präsentieren zudem ihre Selbstständige Arbeit. 

    Besondere Tage zu Migration und Integration ergänzen den Lehrplan.

    Das Schuljahr endet im Mai/Juni mit den Abschlussprüfungen.

  • Anschluss- und Berufsmöglichkeiten

    Anschlussmöglichkeiten

    Der Fachmittelschulausweis schafft die Voraussetzung für die Zulassung an Höhere Fachschulen (HF).

    Die Fachmaturität (4. Jahr) im gewählten Berufsfeld berechtigt zum Eintritt in die Fachhochschulen (FH) und an die Pädagogische Hochschule (PH).

    Die Abnehmerinstitutionen HF und FH können als Aufnahmebedingung eine Eignungsabklärung verlangen.

    Berufsmöglichkeiten

    Gesundheit

    Dipl. techn. Operationsfachfrau/Operationsfachmann HF, Dipl. Fachfrau/Fachmann für med.-techn. Radiologie HF, Dipl. Rettungssanitäter/-in HF, Dipl. Pflegefachfrau/Pflegefachmann HF, Dipl. biomedizin. Analytiker/-in HF, Dipl. Dentalhygieniker/-in HF Dipl. Podologe/Podologin HF, Bachelor of Science in Pflege FH, Ernährungsberater/-in FH, Hebamme/Entbindungshelfer FH, Ergotherapeut/-in FH, Physiotherapeut/-in FH , Aktivierungstherapeut/in HF

    Soziales

    Sozialarbeiter/-in FH, Sozialpädagoge/-pädagogin FH, Soziokulturelle/-r Animator/-in FH, Berufsberater/-in , Psychologe/Psychologin FH

    Pädagogik

    Kindergärtner/in, Primarlehrer/in, Sportlehrer/in, Bewegungspädagoge/-pädagogin

  • Schulgeld und Kosten

    Schülerinnen und Schüler mit Wohnsitz im Kanton Bern bezahlen kein Schulgeld. Für Schulmaterial, Projektwochen, Exkursionen u.ä. ist mit jährlichen Kosten von max. 1500.- CHF zu rechnen.

    Die Gebühr für die Abschlussprüfung beträgt 250.- CHF.