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Unsere Schule

Das Gymnasium Biel-Seeland ist eine öffentliche Mittelschule und liegt am Ufer des Bielersees. Die Schule ist aus dem Zusammenschluss des Seeland Gymnasiums Biel und des Gymnasiums Alpenstrasse hervorgegangen. Über 150 engagierte Lehrerinnen und Lehrer unterrichten über 1000 Schülerinnen und Schüler, die folgende Ausbildungsmöglichkeiten haben:
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Das Gymnasium Biel-Seeland ist eine öffentliche Mittelschule und liegt am Ufer des Bielersees. Die Schule ist aus dem Zusammenschluss des Seeland Gymnasiums Biel und des Gymnasiums Alpenstrasse hervorgegangen. Über 150 engagierte Lehrerinnen und Lehrer unterrichten über 1000 Schülerinnen und Schüler, die folgende Ausbildungsmöglichkeiten haben:
  • Die Maturitätsschule (alle Schwerpunktfächer, 9. bis 12. Schuljahr): Die Schülerinnen und Schüler erwerben den Maturitätsausweis, der ihnen den Zugang zu den Studiengängen an allen schweizerischen Universitäten und Hochschulen ermöglicht.
  • Die Fachmittelschule FMS (Berufsfelder Gesundheit und Soziale Arbeit, 10. bis 12. Schuljahr): Der Fachmittelschulausweis berechtigt zur Ausbildung an einer Höheren Fachschule; der Fachmaturitätsausweis führt an die Fachhochschule oder an die PH (Fachmaturität Pädagogik).
  • Die Wirtschaftsmittelschule WMS (10. bis 12. Schuljahr mit anschliessendem Praxisjahr): Sie führt führt zum eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) Kaufmann/Kauffrau mit Berufsmaturität . Die Berufsmaturität gewährt den Zugang zur Fachhochschule. Alle Ausbildungsgänge sind eidgenössisch anerkannt.

Die Schule nutzt den zweisprachigen Standort Biel-Bienne und bietet die Ausbildung am Gymnasium und an der Wirtschaftsmittelschule auch immersiv französisch-deutsch an. Als Partnerschule von Swiss Olympic kommt sie mit besonderen Bedingungen jungen Talenten in Sport und Kunst entgegen.

Persönliche Interessen können in einem vielfältigen Freifächer-Angebot vertieft werden.

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Geschichte

Das erste Gymnasium 1817-1836

Kurz nach dem die Stadt Biel am Wiener Kongress 1815 dem Kanton Bern zugewiesen wurde, machten sich in Biel Stimmen laut, die ein Gymnasium forderten. Die Berner Regierung wiederum war auf der Suche nach jungen Pfarrern für den ebenfalls neu zugeteilten Jura und wollte eine höhere Schule gründen. Diese neue Schule sollte nicht nur Vorbereitungsschule für das Studium der reformierten Theologie an der Berner Akademie sein, sondern auch die Grundlagen für ein anderes wissenschaftliches Studium vermitteln.

Der Bieler Stadtrat beauftrage Grossrat Johann Rudolf Neuhaus damit, sich für die Errichtung eines Gymnasiums in Biel einzusetzen. Der Kanton genehmigte das Projekt mit Auflagen: Gemäss diesen sollte das Gymnasium von Anfang an als zweisprachiges Institut mit Pensionat geführt werden. Die Schüler französischer Muttersprache mussten die deutsche Sprache lernen und umgekehrt. Das Gymnasium sollte die Bildung einer protestantischen französischen Geistlichkeit und die wissenschaftliche Bildung junger Leute der Region ermöglichen. Die Unterbringung des Gymnasiums erwies sich als Problem. Zuerst griff man

auf das kleine Schulhaus in der Untergasse (heute Untergasse 8) zurück. Die städtische Schule wurde in private Häuser ausquartiert. Am 15. September 1817 wurde das Gymnasium mit einem feierlichen Akt in der Stadtkirche offiziell eröffnet. Rektor Appenzeller betonte in seiner Rede, dass an seiner Schule neue Prinzipien gelten würden. Nicht die mathematischen Wissenschaften, die in der napoleonischen Zeit so hochgeschätzt worden waren, sollten Vorrang haben. Vielmehr werde das Gymnasium in Biel eine humanistische Schule nach deutschem Muster sein. Bildungspolitische Diskussionen waren bereits in der Gründungszeit gang und gäbe.

Erstes Gymnasium

Verlegung des Gymnasiums, Turnunterricht und Kadettenkorps

Bereits 1818 wurde der Umzug des Gymnasiums von der Untergasse ins ehemalige Johanniterkloster an der Hintergasse (heute Dufourstrasse) beschlossen. Dass sich die Zeiten geändert haben zeigt der damalige Turnunterricht: Der Aussenraum wurde mit Turngeräten versehen: Klettergerüste‚ Schwebebalken, schräge Leitern und Planken. Das war etwas Neues und damals noch wenig Bekanntes. Es mangelte aber an Turnlehrern für die Nutzung dieser Geräte. Der Administrationsrat des Bieler Gymnasiums beauftragte deshalb den Schuhmachermeister Friedrich Oesterli, Chef der städtischen Wache und Miliz-Drillmeister, den Zöglingen die «Turnkunst» beizubringen. Das Turnen am Gymnasium wurde rasch zur reinen militärischen Übung, als Drillmeister sei Oesterli zu gebrauchen gewesen. Die Gymnasiasten bildeten ein Kadettenkorps, trugen blaue Uniformen und einen Tschako. Zu Anlässen gehörten weisse Hosen. In dieser Aufmachung marschierten sie am Sonntag jeweils in die Kirche.
Durch das Kadettenkorps wies sich das Gymnasium als Eliteschule aus. 1821 bekam es auf Beschluss des Administrationsrats 75 Gewehre ausgehändigt. Die Patronentaschen mussten die Zöglinge zu 55 Batzen das Stück selber anschaffen. Lieferant war ihr Drillmeister und Schuhmacher Oesterli. Jetzt konnte das Kadettenkorps regelrechte militärische Übungen durchführen. 1827 bekam das gymnasiale Korps gar zwei kleine Kanonen. Das alles machte einen schneidigen Eindruck, wurde aber von den Stadtbürgern nicht durchwegs geschätzt. Wichtiger wäre es, die Stadtschulen zu fördern. Das Gymnasium beanspruche zu viel Aufmerksamkeit für sich und sei eigentlich eine Sache des Kantons, die nicht recht in die Stadt Biel passe. Deshalb und aus weiteren Gründen wurde das Gymnasium 1836 schliesslich zum Progymnasium abgestuft.

Turnen Dufour

Eröffnung des neuen Gymnasiums

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Bedürfnis nach einem eigenen Gymnasium in der Stadt Biel wieder laut. 1899 äusserte Stadtpräsident Johann Hoffmann-Moll gegenüber dem Stadtrat die Hoffnung, dass wieder ein Gymnasium eingerichtet werde. Der Stadtrat folgte seinem Wunsch und beauftragte die Progymnasiumskommission, einen Bericht zu verfassen. Die Kommission kam zum Schluss, der Gemeinde sei der Ausbau des Progymnasiums zum Gymnasium zu empfehlen. 1901 erhob der Stadtrat diese

Empfehlung zum Beschluss. Der bernische Regierungsrat widersetzte sich zuerst den Absichten der Gemeinde Biel, weil er eine Konkurrenzierung der Kantonsschule in Porrentruy befürchtete. Schliesslich stimmte er unter der Bedingung zu, dass das Bieler Gymnasium rein deutschsprachig sein müsse. 1902 fand in Biel wieder gymnasialer Unterricht statt. 1905 wurden die ersten Maturitätsprüfungen durchgeführt.

Die Räumlichkeiten im Schulhaus an der Dufourstrasse genügten bald nicht mehr. 1906 beschloss die Einwohnergemeinde, in den Spitalreben beim Tschäris ein neues Schulhaus mit Turnhalle zu errichten. Als Zufahrt wurde die Alpenstrasse gebaut und als Fussweg die Treppe vom Pasquart her. Das grosse Haus wurde nach den Plänen von Friedrich

Moser im Heimatstil gebaut und konnte am 23. April 1910 eingeweiht werden. Alle deutschsprachigen und französischsprachigen Klassen des Progymnasiums und die Klassen des Gymnasiums fanden genügend Platz.

Alpenstrasse

Die Gründung des Gymnase français de Bienne

Der lange Kampf für ein französisches Gymnasium wurde 1955 mit der Eröffnung der französischen Abteilung am Bieler Gymnasium, dann mit der Schaffung eines eigentlichen französischen Gymnasiums eine der ältesten Forderungen der französischsprachigen Minderheit erfüllt. Das Gymnasium war bis weit in das 20. Jahrhundert hinein die einzige Bieler Schule, in der ausschliesslich auf Deutsch unterrichtet wurde.

Im Februar 1955 lockerte die Berner Regierung die Zügel. Weil sie es sowohl den Bielern als auch der Kantonsschule Porrentruy recht machen wollte, schloss sie einen Kompromiss, der aber niemanden befriedigte. Er bestand darin, dass am Bieler Gymnasium für einige Fächer französische Klassen eingeführt wurden. Nachdem der Kanton sich geweigert hatte, deren Finanzierung zu garantieren, begannen die Bieler mit einer grossen Sammlung. In weniger als drei Wochen kamen dank den Uhrmachern sowie den Bieler und jurassischen Industriellen 45'000 Franken zusammen. Im März 1955 musste sich der Kanton beugen. Er liess den Unterricht auf Französisch in allen Fächern zu.

Der Umzug an den Strandboden und die grosse Fusion

Mit dem ständigen Wachstum der Stadt Biel wurde der Platzbedarf immer grösser. 1971 beschloss der Bieler Stadtrat den Bau eines neuen Gymnasiums auf dem Strandboden. Nach Plänen des Architekten Max Schlup wurde zwischen 1975 und 1982 ein Gebäudekomplex mit drei Unterrichtsgebäuden sowie einer Sporthalle errichtet. 2015 wurde die Anlage generalsaniert und mit einem Naturwissenschaftstrakt ergänzt.

Im Jahr 2005 haben sich das Gymnasium Linde Biel und das Deutsche Gymnasium Biel unter dem Namen Seeland Gymnasium Biel zusammengeschlossen. 2014 fand eine zweite Fusion statt, die aus dem Seeland Gymnasium Biel und dem Gymnasium Alpenstrasse das heutige Gymnasium Biel-Seeland schuf.

Die Geschichte des Gymnasiums basiert auf dem Werk Bieler Geschichte: 1815 bis heute. 2013.

Fakten

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1290 Schülerinnen und Schüler

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170 Lehrerinnen und Lehrer

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110 Unterrichtsräume